50.000 am Hambacher Forst

Wenn ein Strauchdieb verurteilt wird, liegt es zuweilen daran, dass ein Richter dessen Lügengeschichten keinen Glauben schenkt. Um wie viel schwerer wiegt es, wenn vier Richterinnen und Richter des höchsten NRW-Verwaltungsgerichts zur einhelligen Auffassung gelangen, dass der zweitgrößte Stromkonzern Deutschlands seine Aussagen zur Gefährdung der Versorgungssiche-heit nicht belegen kann! Das ist zwar zurückhaltend formuliert, heißt aber nichts anderes als „was ihr uns erzählt, können wir nicht glauben“.

Bereits einen Tag nach diesem Urteil feierten 50.000 Menschen die richterliche Ohrfeige für die Lügenbarone auf Aktien. Am Rande des Hambacher Forstes hatte die Demonstration bei spätsommerlichem Sonnenschein Festivalcharakter. Die Grünen im Kreis Viersen waren mit gut 50 Mitreisenden zur Veranstaltung angereist. Sie demonstrierten für den Erhalt unserer Heimat und eine Klimapolitik ohne Braunkohle. Als Brüggener Grüne äußerten sich ihr Vorsitzender Ulrich Deppen und Fraktionschef René Bongartz: „Von zwei bis drei Jahren Aufschub für den Hambacher Forst ist nun die Rede. Wir sind gespannt, ob sich die angeblich gefährdete Versorgungssicherheit vor allem auf Gehälter und Tantiemen der RWE-Manager bezog“.

Verwandte Artikel